Toll: Mit anderen auf seinem Notebook einen Text bearbeiten.
Schlecht: Diesen Text dann wochenlang nicht rausrücken und damit den ganzen Laden aufhalten.
Noch schlechter: Trotzdem so tun, als laufe ohne einen nichts.
*NERV*
Toll: Mit anderen auf seinem Notebook einen Text bearbeiten.
Schlecht: Diesen Text dann wochenlang nicht rausrücken und damit den ganzen Laden aufhalten.
Noch schlechter: Trotzdem so tun, als laufe ohne einen nichts.
*NERV*
Wollen Sie nicht auch hemmungslos verblöden? Es ist doch klar: Der Ehrliche ist der Dumme und wer will schon ein Lügner sein? Und heißt es nicht, dass glücklich die sind, die dumm sind und nicht merken was passiert? Geben Sie es doch zu! Auch Sie wollen hemmungslos verblöden und jedes Gerücht von humaner Intelligenzbegabtheit gnadenlos bloßstellen.
Jetzt fragen Sie sich sicher: “Wie kann auch ich hemmungslos verblöden?” – Stimmt, das ist gar nicht so einfach, aber jetzt gibt es endlich einen klaren Plan mit nur 10 Punkten, der auch Sie hemmungslos verblöden lässt:
Am Samstag wird ja nun meine Nichte zweiten Grades nach katholischem Ritus getauft. Ich wurde eingeladen und habe aus einer Laune heraus zu gesagt.
Ich kann Religion zwar nicht leiden, habe aber um des Familienfriedenswillen meistens gute Miene zum bösen Spiel gemacht, auch als bei einer Hochzeit der Pfaff etwas von Mann und Frau und natürliche Ordnung etc. schwafelte. (Die Predigt war ohnedies unglaublich dämlich: Die Hochzeit fand nämlich am Tag von Köhlers Wiederwahl durch die Bundesversammlung statt und dieser bekloppte Pfaffe hat es tatsächlich für nötig gehalten, darüber zu sprechen.)
Ich bin nun gespannt, ob sich die katholische Ejakulationsboykott-Queen am Samstag wieder zu einem dummen Kommentar über die natürliche Ordnung der Welt herab lässt. Sollte das der Fall sein, ist der Kommentar, ob Jesuiten-Schwengel in Knabenärschen auch der natürlichen Ordnung entsprechen, schon zurecht gelegt.
Wir sitzen hier ja etwas weiter weg vom Uni-Zentrum in einem angemieteten Büro. Jedenfalls kann man leicht beobachten, wer wann welche Toilette benutzt. Nach mehrmonatigen Untersuchungen kann ich jetzt Folgendes festhalten:
Es gibt einige Herren, die konsequent die Toilette benutzen, deren Tür mit einem “D” gekennzeichnet ist, während eine Damen konsequent die Toilette benutzen, die mit einem “H” gekennzeichnet ist.
Nun habe ich ja gar kein Problem mit Unisex-Toiletten, gerade da ich die Aufgabe, einigen Leuten das archaische Stehpinkeln auszutreiben, so leicht externalisieren und die Damen lösen lassen kann, aber eine offizielle Regelung hätte ich da schon erwartet.
Irgendwie ist das ja komisch, denn auf
Wir wollen uns systematisch mit Foucault und Deleuze im Hinblick auf das Verhältnis von Macht und Raum auseinandersetzen.
meldet sich praktisch niemand. Aber auf
Als erstes machen wir eine Lesegruppe zu Foucault/Deleuze. Am 16.3. ist “1440 – Das Glatte und das Gekerbte” dran.
melden sich plötzlich Leute, die den Termin verschieben wollen, da sie ja so gerne teilnehmen möchten.
Ich habe gerade bei Google Analytics eine beta-Funktion namens “Intelligenz” entdeckt. Beim Durchklicken wirkte sie zwar nicht so spektakulär, aber wenn Google jetzt anfängt, seine Produkte mit KI auszustatten, können wir uns wohl auf einiges gefasst machen
Die Vorratsdatenspeicherung wurde in der vorliegenden Form vom Verfassungsgericht gekippt. Bereits erhobene Daten sind unverzüglich zu löschen. Für alle, die sich gegen das Gesetz eingesetzt haben, ist das eine gute Nachricht und ein wichtiger Etappensieg, der überdies noch größer ausfällt, als erwartet: Gestern hatten noch Beobachter vermutet, dass die Vorratsdatenspeicherung unter harten Auflagen genehmigt wird. Jetzt aber hat das Gericht das ganze Gesetz für mit der Verfassung unvereinbar erklärt.
Gleichwohl hat das Verfassungsgericht Grenzen aufgezeigt, in denen sehr wohl eine Vorratsdatenspeicherung mit dem Grundgesetz zu vereinbaren ist und es kann davon ausgegangen werden, dass die CDU/CSU sich jetzt warm läuft, um die EU-Vorgabe doch noch zu erfüllen. Wir werden also in Deutschland wohl eine Neuauflage der Proteste gegen eine Vorratsdatenspeicherung 2.0 erleben, die aber vermutlich kleiner ausfallen werden als bisher, da sich einige Bürger mit den Grenzen des Verfassungsgerichts zufrieden geben dürften.
Interessant ist aber, dass es in der EU wieder rumort: Durch den von vielen so hart kritisierten Vertrag von Lissabon hat das Parlament und die Kommission in der Angelegenheit ein Mitspracherecht gewonnen und es besteht somit die, zumindest bescheidene, Hoffnung, dass die Speicherpflicht seitens der EU entschärft wird.
Die Chancen stehen also gut, dass sich der Etappensieg nicht ganz als Pyrrhussieg entpuppt.
Bei der Vorbereitung eines kleinen Vortrages über Hokuspokus an Universitäten bin ich über einen spannenden Text gestolpert:
Belladonna, ist das bekannteste homöopathische Arzneimittel, da es oft bei Fieber und Fieberkrämpfen eingesetzt wird und es darf in keiner homöopathischen Notfallapotheke fehlen.
Ihr Wirkungsspektrum ist sehr groß, sie ist angezeigt bei fast allen entzündlichen Prozessen, Überhitzung durch Sonnenstrahlen, bei Tollwut und es ist das Mittel der Wahl bei Scharlach.
Die Homöopathen sind ja noch bekloppter, als ich dachte: “homöopathische Notfallapotheke”? Sind die wund? Was sind da Notfälle? Ein vages Unbehagen? Oder meinen die echte Notfälle? Gibt’s vielleicht homöopathische Notfallkrankenhäuser? Was machen die dann, wenn beispielsweise Ösophagusvarizen aufgehen und die arme Sau verblutet? Cumarin in D500? Ich bin wirklich sprachlos!
Übrigens ist Tollwut eine äußerst gefährliche Virus-Erkrankung, die Gehirnentzündung auslöst und fast immer tödlich verläuft. Und das wollen die mit unendlich verdünntem Nichts behandeln? Allein Hoffnungen darauf zu machen, ist schön eine perverse Obszönität.
Gestern starte DRadio Wissen und legte gleich einen Fehlstart hin. Ich schrieb der Redaktion hier:
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Angebote des DRadios sind die einzigen Sender, die mich überhaupt noch das Radio einschalten lassen. Umso trauriger bin ich natürlich, dass sich DRadio Wissen gleich am ersten Tag dem Vernunftausverkauf der anderen Sender anschließt und den Hörern Astrologie als Wissenschaft verkauft. Aus zweiter Hand habe ich dann erfahren, dass man Ihre Reaktion in der Sendung “Redaktionssitzung” auch nicht gerade als selbstkritisch einstufen kann. Man sagte mir, sie wollten der Astrologie – trotz fehlender Belege und fehlender Falsifizierbarkeit – nicht den Status einer “Wissenschaft” absprechen.
Ich muss Sie jedoch enttäuschen: Astrologie ist keine Wissenschaft. Sie macht Aussagen über die empirisch zugängliche Welt und schafft es nicht, Aussagen zu treffen, die über Trivialitäten hinausgehen und die mehr als zufällig richtig sind. Hieraus leitet sie aber nicht eine Modifikation ihrer Thesen oder Methoden ab, sondern ignoriert jede Widerlegung, um bei der nächsten Gelegenheit erneut mit einem zusammengeschwurbelten Horoskop anzusetzen. Ihr fehlt jedes Instrument der systematischen Selbstkorrektur, wie es alle richtigen Wissenschaften – empirische wie nicht-empirische – auszeichnet.
Wenn Sie das ernstlich als Wissenschaft bezeichnen wollen, dann rate ich Ihnen dringend, ein einschlägiges wissenschaftstheoretisches Einführungsseminar aufzusuchen. Wenn Sie nämlich bei Ihrer gegenwärtigen, eher postmodernen Auffassung von Wissenschaft bleiben, werden Sie wohl auch nicht anders können, als Esoterik, Homöopathie, Verschwörungstheorien oder ähnlichen Blödsinn als wissenschaftlich fundiert aufzufassen. In diesem Fall wäre DRadio Wissen leider eine Totgeburt.
Mit lieben Grüßen aus Darmstadt,
Kai Denker
Kehren die moralischen Regeln, die in der sexuellen Revolution mit Recht untergegangen sind, in einem neuen Kleid, nämlich bezogen auf die Ernährung, wieder? Zur Untermauerung dieser These lässt sich viel anführen. Wie es aber nicht geht, zeigt uns Mary Eberstadt in ihrem Essay “Is Food the New Sex?” [in: Policy Review 153 (2009)]:
Eberstadt verbindet in einer historischen Entwicklung die Verhaltensregeln, die die Sexualität reglementiert haben, mit denen, die heute die Ernährung reglementieren. Sie konstruiert dazu zwei typische Fallbeispiele einer Frau aus den 1950er Jahren, die sich nur zu kümmern gehabt hätte, dass das Essen auf den Tisch kommt und deren Sexualität ansonsten auf die monogame heterosexuelle Ehe beschränkt gewesen sei und als zweites Beispiel das einer Frau aus der heutigen Zeit, die Sexuell viel freier wäre, während sie gleichzeitig eine große Zahl von Ernährungsregeln kenne und befolge. Diese Regeln umkreisen die Themen der Gesundheit, d.h. welches Essen in welcher Menge ist als gesund anzusehen und des Umweltschutzes, also welches Nahrung man zu sich nehmen darf, ohne die Umwelt zu schädigen. Beide Fallbeispiele sind trotz ihrer Überzeichnung plausibel.
Gleichwohl versäumt die Autorin es, einen theoretischen Unterbau für ihre Thesen zu liefern. Zwar macht sie einige technikhistorische Andeutungen, dass es der westlichen Zivilisation erstmalig in der Geschichte möglich sei, praktisch allen Mitgliedern der Gesellschaft Nahrung in guter Qualität und in beliebiger Menge zu liefern und dass es erstmalig möglich sei, die Folgen von Sexualität (Krankheiten, Schwangerschaften) durch Kondome und Verhütungsmittel zu kontrollieren, doch bleibt sie dabei in der puren Diagnose stecken und liefert keine Zusammenhänge aus, wieso die Verfügbarkeit von Nahrung und Sex zur Herausbildung einer neuen normativen Ordnung führen solle.
Stattdessen postuliert die Autorin einen Sinn der Moral darin, dass sich Gesellschaften mit ihr gegen ihre eigene Zerstörung schützen wollten. Sie erweist dies jedoch weder theoretisch, noch materiell, sodass sie auch eine Antwort schuldig bleibt, woher Gesellschaft bitte wissen sollen, was sie zerstört. Vielmehr führt sie den Aufstieg der Ernährungsmoral auf eine überzogene(!) sexuelle Revolution zurück, gegen die sich viele nicht wehren könnten und daher zur Formulierung moralischer Vorstellungen gezwungenermaßen auf die Ernährung auswichen. Sie versucht so offenbar, die Vertreter einer wie auch immer gearteten Ernährungsmoral für eine Kritik an der Liberalisierung der Sexualmoral einzunehmen. Dass sie sich dabei jeder theoretischen Überlegung zur Moral und Ethik überhaupt enthält, wird eher dem Risiko, die eigene Position bloßzustellen, als theoretischen Problemen selbst geschuldet sein. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Phänomen eines “moral shift” hätte zumindest über einen kurzen Ausflug zu Kant hinaus gehend auch auf Foucault einzugehen gehabt.